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28.03.12
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Judogruppe der Diakonie Stetten (Gruppenbild)
Gruppenbild der Judokas der Diakonie Stetten

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Judo in der Diakonie Stetten

Judo in der Diakonie Stetten mit geistig und mehrfach behinderten Menschen unterscheidet sich eigentlich kaum vom herkömmlichen Judo wie man es wohl von nichtbehinderten Menschen kennt.
Allerdings gibt es bei unseren Wettkämpfen drei unterschiedliche Klassen in welchen versucht wird Judoka gleicher oder ähnlich schwerer Behinderung einzuteilen.

  • Klasse I:
    Judoka mit leichter Behinderung, die mit Nichtbehinderten trainieren können
  • Klasse II:
    Judoka, die aufgrund ihrer Behinderung in homogenen Behindertengruppen trainieren und Techniken nur bedingt ausführen können.
  • Klasse III:
    Judoka, die aufgrund ihrer Behinderung Judo überwiegend in spielerischer Form durchführen

Geistig und mehrfach behinderte Judoka sind ebenso in Gewichtsklassen eingeteilt und legen Gürtelprüfungen ab, um einen höheren Gürtelgrad zu erreichen.
Jeder dieser Menschen versucht sein Bestes zu geben, zu lernen und bei Wettkämpfen auf fairen Wegen einen Sieg zu erringen.
Da Judo auch bei nichtbehinderten Menschen die Koordinationsfähigkeiten schult, können durch gezielte Übungen, wie z.B. der Fallschule, die Körperbeherrschung verbessert werden.
Dabei wachsen geistig und mehrfach behinderte Menschen über ihre Fähigkeiten hinaus und man merkt ihnen ihre Behinderung nicht an. Motorische Einschränkungen scheinen vergessen und nicht vorhanden.

Da viele dieser Menschen in solch einer Art und Weise noch keinerlei sportliche Erfahrungen sammeln konnten, bietet Judo wie es auch von Professor Jigoro Kano vorgesehen war, die perfekte Förderung des Geistes und der körperlichen Gesundheit.

Natürlich kommt auch bei uns der Spass nicht zu kurz, denn nicht nur Sport sondern auch Lachen ist gesund. Das Training findet unter großer Resonanz jeden Freitag von 16.00 bis 18.00 Uhr in der Sporthalle der Diakonie Stetten statt.

Beim Judo mit geistig und mehrfach behinderten Menschen insbesondere sieht man Paare nach dem Kampf von der Matte gehen, beide dankbar dem Anderen für die Gelegenheit sich zu messen, zu kämpfen und Stärke zeigen zu dürfen. Siege werden gefeiert, Gegner und Gegnerinnen werden zu Trainingspartnern und Freunden.

Dies verkörpert auch das Motto der Special Olympics: "Lasst mich gewinnen, oder - wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben!" findet nicht nur bei den beteiligten Athleten große Resonanz, sondern Olympiasieger wie Michael Gross (Schwimmen) oder Udo Quellmalz (Judo) ließen sich von der Freude der Menschen anstecken und fanden dort den olympischen Geist des fairen Miteinanders deutlicher sichtbar als bei den Olympischen Spielen.


Im Vordergrund der sportlichen Vergleiche bei Special Olympics, gegründet von Eunice Kennedy (Schwester von J.F. Kennedy), ist, dass die Gruppen, in denen die Vergleiche stattfinden aus möglichst gleich "starken" Personen zusammengesetzt sind, damit jede/r echte Chancen auf den Sieg hat und dass jede/r am Schluss eine Medaille erhält.

Bei vielen Veranstaltungen wurden Menschen ohne Behinderung jeglichen Alters als Helferinnen und Helfer hinzugebeten, dabei wird es für die Helfer oft zu einem fast größeren Erlebnis wie für die Behinderten selbst. Beide Gruppen kommen sich auf einem sehr menschlichen Weg näher und die Freude, die die Behinderten geben können, hat schon manche/n Nichtbehinderte/n zum Nachdenken gebracht.
Es ermöglicht Menschen aus vollkommen anderen Lebenswelten kennen zu lernen und sich in ungewohnten Situationen zu erproben, somit kann man Anregungen und Verbesserungen der Sozialkompetenz sowie neue Impulse für den förderlichen Umgang mit seinen Mitmenschen lernen.

Insgesamt bietet das Judo Menschen sowohl mit als auch ohne Behinderung die Möglichkeit ein ursprüngliches und scheinbar neues Sportverständnis vorzuführen und Vorurteile abzubauen.

(Text: Benjamin Adamic)